Annette Wehrmann

1961–2010 in Hamburg

Blumensprengung

Annette Wehrmann, Blumensprengung, 1992–1995, Fotografie, 28-teilige Serie, Ludwig Forum für Internationale Kunst Aachen, Leihgabe der Peter und Irene Ludwig Stiftung, © VG Bild-Kunst, Bonn 2021, Foto: Heinz Hanisch-Kulschewski

Annette Wehrmanns Serie Blumensprengung knüpft an die Aufbruchsstimmung der frühen 1970er-Jahre an, die von den Einflüssen einer immer stärker werdenden Frauenbewegung und einer zunehmenden Politisierung geprägt war. Die Fotografien zeigen Explosionen von Feuerwerkskörpern, die Wehrmann in ganz unterschiedlichen öffentlichen Blumenanlagen deponierte. Mit diesen Aktionen konterkariert sie das bürgerliche Bedürfnis nach gezähmter Natur im Stadtraum und spielt zeitgleich mit der Angst vor deren Zerstörung, und das mit typisch männlichen „Waffen“. Mit ihren Arbeiten und Aktionen widersetzt sie sich den angeblich unverrückbaren Normen und Regeln der Gesellschaft. In einer Kombination aus anarchistischer Prosa, intellektuellem Diskurs und trockenem Humor zeigt sie ihren Protest. Die früh verstorbene Annette Wehrmann verfolgte eine autonome Haltung, der sie sich nicht nur in ihrer Kunst, sondern in ihrem gesamten Leben verschrieben hatte.

AK